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Die Welt des Manga - Films ist eine merkwürdige Welt: die Charaktere in Palumu No Ki haben Namen, die man sich nicht merken kann und einige Figuren, die darin vorkommen, erinnern an Gummibärchen, die radioaktiv verstrahlt wurden und seltsame organische Mutationen an ihren Händen und Füssen entwickelt haben.
»Palme« ist der Name eines Roboters. Er lebt in einer düsteren Welt, die bevölkert ist von grotesken, vegetabilischen Lebewesen: buntfarbigen Pilzen, die unheilvoll über dem Erdboden schweben, von Fischen, die im Himmel schwimmen und von kreischenden Möwen umflogen werden, von geheimnisvollen Schlangenlinien, welche die Gedanken anderer Menschen lesen und abspeichern können wie auf einer Festplatte.
Als eines Tages die Mutter Xia stirbt, verliert Palme den »Sinn seiner Programmierung«. Reglos liegt er auf der Erde und glotzt mit seinen grossen, starren Augen gen Himmel. Da erscheint der Geist der Kriegerin Koram. Mithilfe eines magischen Eies, dem »Egg of Toulon«, überträgt Koram dem Roboter eine neue Aufgabe. Er soll in die Geburtstadt seiner Mutter gehen, denn dort könne er zum Menschen werden.
Auf dem Weg nach Tamas lernt Palme das Mädchen Popo kennen. Popo bestärkt Palme, ein Mensch zu werden, denn Popo liebt den Roboter. Alles wäre schön und gut, wenn nicht einige zwielichtige Gestalten Palme verfolgten und es auf den kostbaren Stoff seiner Fabrikation abgesehen hätten: auf das Holz des Kurras-Kara. Und dann erfährt Palme, dass er das Werkzeug einer bösartigen Macht ist, die den Plan verfolgt, die Welt in eine Finsternis zu stürzen: Das Wohl der Erde hängt also von Palmes Entscheidung ab, ob er Mensch werden möchte oder darauf verzichtet.
Nakamura Takashis Palumu No Ki erinnert an »Alice im Wunderland«, an den »Kleinen Prinzen«, an Carlo Collodis »Pinocchio« und auch an Stanley Kubricks unvollendet gebliebenes Projekt AI. All diese Geschichten handeln auf irgendeine Weise vom Wunsch nach einer Beseelung, und all diese Geschichten spiegeln auf irgendeine Art die Angst davor wider, dass eine menschliche Seele womöglich gar nicht existiert.
Takashis Zeichentrickfilm hat jedenfalls ein positives Ende - wie alle Märchen. Seele? Das ist die Welt: die Meere, die Blumen, die Wiesen, der Himmel, die Sonne, und vor allem der Glaube an einen Menschen, den man liebt.
Wem also die Berlinale-Filme zu dröge sind, oder gar zu fantasielos, der ist mit Takashis buntem Manga-Zeichentrickfilm aus der Werkstatt der Akira-Abenteuer bestens bedient. Und wer auf dem abendlichen Nachhauseweg eine zertrampelte Blume auf dem Asphalt bemerkt, der sollte sie vielleicht aufheben. Sie könnte noch leben...
 
Palumo no ki
    8.2./24:00 Delphi
    9.2./22:00 CineStar 8
  10.2./14:00 CineStar 8  
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