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In Deutschland werden Filme wie Just a kiss verächtlich als Beziehungskomödie abgestempelt. Die Verachtung hängt meist mit den Stereotypen und Klischees zusammen, derer sich die Filme pausenlos bedienen. Eine handvoll Figuren schlafen kreuz und quer miteinander, was selbstredend zu Missverständnissen und Zerwürfnissen führt. Just a kiss bildet hier keine Ausnahme.
Dag schläft mit Rebecca, obwohl er mit Halley zusammen ist und sein bester Freund Peter Rebecca liebt. Halley findet Trost in den Armen von Andre und Peter in denen von Andres Frau. Dag schläft mit Paula, die wiederum in Peter verliebt ist. Das Liebeskarussell dreht seine Runden, und irgendwann sind drei der Liebenden gestorben. Aber plötzlich bedient sich der Film eines »herrlichen« Tricks. Er spult sich selbst in zwei Minuten zurück und lässt Dag nicht mit Rebecca schlafen. Eine weitere Beziehungskomödie könnte beginnen, aber Regisseur Stevens erspart sie dem Zuschauer.
Das Rückspulen des Films ist gleichsam sein Armutszeugnis. Es ist kein komischer Effekt in einem Film, der zwar schwarzen Humor bereitstellen will, dem es aber letztendlich an Bissigkeit und Sarkasmus fehlt. Es zeigt einmal mehr die Schemenhaftigkeit der Erzählung, der Figuren und ihrer Beziehungen. Diesen Mangel versucht Stevens durch Zeichentrickübermalungen aufzuwerten. Verteilt über den gesamten Film gibt es einzelne Szenen oder Bilder, in denen das Filmbild aus- und übermalt wird. Dann zeigen die Figuren deutlich, was sie tatsächlich sind: eindimensionale Trickfiguren. Das ist umso erstaunlicher, da Fisher Stevens seit Anfang der 80er Jahren selbst in zahllosen Filmen als Schauspieler agierte. Just a kiss ist sein Regiedebüt. Kein überzeugendes und nichteinmal ein unterhaltsames.  
Just A Kiss
  12.2./19:00 Zoo Palast
  13.2./11:30 CinemaxX 7
  15.2./17:00 International  
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