Michael Pekler
Filme?
PAVEL AND LYALYA (A JERUSALEM STORY) von Viktor Kossakovsky
... weil es auch im wirklichen Leben tatsächlich Liebe bis in den Tod gibt und man sich mit und hinter der Kamera seiner Tränen nicht zu schämen braucht. Ein überwältigender Film für das Leben.
THE THIN RED LINE von Terrence Malick
... weil man auf einen Film wie diesen gerne zwanzig Jahre wartet. Eine Reise über die Grenzen einer in Trümmern liegenden Zivilisation hinaus, die angesichts wogender Grasfelder im Sonnenlicht nie ferner schien.
Y' AURA-T-IL DE LA NEIGE À NOEL? von Sandrine Veysset
... schon allein wegen seinem Ende, wenn die Mutter ihren Kindern beim Spielen zusieht, die in der Weihnachtsnacht ein zweites Mal geboren werden. Vor dem Gesicht am Fensterglas zerfließen die herabrinnenden Schneeflocken, und die Heilige Nacht bewirkt ein kleines Wunder. Das beeindruckendste Filmdebüt der letzten fünf Jahre.
Filmbücher?
TRUFFAUT/HITCHCOCK von Robert Fischer (Hg.) ... weil auch am deutschsprachigen Markt noch Wunder geschehen. Endlich wurde beiden Regisseuren jene Wertschätzung zuteil, die ihnen und dem Kino, für das sie lebten, gebührt.
Festivals?
Nach wie vor die VIENNALE, weil hier ich zu Hause schlafen kann. [ nach oben ]
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Marco Dettweiler
Filme?
FARGO von den Coen-Brüdern
... weil alle Charaktere im Film so verdammt unsympatisch sind, dass man sich auf's Wesentliche konzentrieren kann: die poetischen Bilder.
THE MATRIX von Andy und Larry Wachowski
... weil man sich als Zuschauer wie ein Kind fühlt, das an Weihnachten zwei Stunden durch die Spielzeugabteilung von Karstadt laufen durfte.
TRAFFIC von Steven Soderbergh
... weil es der erste existenzialistische Film des neuen Jahrtausends ist.
Filmbücher?
THE OXFORD HISTORY OF WORLD CINEMA ... weil man nach der kompletten Lektüre so viel weiss, dass man noch einmal von vorne anfangen muss.
Festivals?
BERLINALE, weil sie nur vier S-Bahn-Stationen von zu Hause entfernt ist. [ nach oben ]
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Wolf Martin Hamdorf
Filme?
AMANTES DEL CIRCULO POLAR von Julio Medem ... weil der Film aus zwei subjektiven Perspektiven in verschiedenen Handlungsebenen, märchenhaft und mit der Doppelbödigkeit des Märchens, eine Liebesgeschichte erzählt.
DIE FARBE DES PARADIESES von Majid Majidi ... weil er auf unglaublich berührende Weise die Welt und Wahrnehmung eines blinden Kindes in einem kleinen iranischen Dorf nahebringt und dabei die Protagonisten und deren Konflikte mitreissend menschlich schildert.
BLACKBOX BRD von Andreas Veiel ... der fesselnder und spannender als jeder Thriller zwei parallele Lebensläufe, des Bankiers Herrhausen und des RAF-Aktivisten Wolfgang Grams schildert und durch emotional präzise Interviews und verblüffendes Archivmaterial ein Stück Zeitgeschichte lebendig macht, an das ich mich noch sehr gut mit gemischten Gefühlen erinnere.
Filmbücher?
Da fällt mir zunächst Eisensteins faszinierend aphoristische Autobiographie YO ein, mit verblüffenden Gedanken und Bewusstseinssplittern über Film und Leben.
Bettina Bremmes Mammutwerk über den lateinamerikanischen Film MOVIE-MIENTOS, das ich zur Zeit mit gosser Spannung lese.
Und schliesslich Carlos Sauras erster Roman ESA LUZ, eine ebenso spröde, wie ergreifende Liebesgeschichte aus dem spanischen Bürgerkrieg.
Festivals?
KARLOVY VARY, weil es in dem Badeort mit dem leicht dekadenten Charme die Feierlichkeit eines A-Festivals mit der Stimmung eines Rockkonzerts verbindet. MOTOVUN Kroatien ist ein wunderbares kleines Festival in einem abgelegenen istrischen Bergdorf. Und in HUELVA in Andalusien gelingt es den Veranstaltern seit Jahren, in einer der hässlichsten Städte Spaniens eines der interessantesten Festivals des lateinamerikanischen Films zu organisieren. [ nach oben ]
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Frank Noack
Filme?
L’APPARTEMENT von Gilles Mimounis Ein filmisches Puzzlespiel, bei dem die verblüffenden formalen Spielereien des Regisseurs niemals auf Kosten der Figuren gehen. Von einer schwer zu übertreffenden Eleganz.
THE INSIDER von Michael Mann Ein Thriller ohne Killer, und ein weiteres Beispiel dafür, dass technische Virtuosität und Menschlichkeit im Kino einander nicht ausschließen müssen.
BLACK BOX BRD von Andres Veiel Was für ein Kontrast zu Guido Knopp! Veiel lässt seine Zeitzeugen ausreden. Und er lässt sie sich ausschweigen, was ebenfalls von gewaltiger Aussagekraft sein kann.
Filmbücher?
FRITZ LANG - THE NATURE OF THE BEAST
von Patrick McGilligan
EASY RIDERS; RAGING BULLS
von Peter Biskind
McGilligan und Biskind haben begriffen, dass zu einer ernsthaften Filmanalyse auch ein Blick ins Schlafzimmer gehört, ganz nach dem Motto: Hinter jedem Text steht eine Person mit allzu menschlichen Schwächen.
OTTO HUNTE - ARCHITEKT FÜR DEN FILM Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main
Mehr davon! Es ist eine Schande, dass kaum Literatur über jene Personen existiert, die für die visuelle Qualität eines Films verantwortlich sind - die Kameraleute, oder wie im Fall von Hunte die Architekten.
THE POWER OF FILM PROPAGANDA. MYTH OR REALITY? von Nicholas Reeves Ein passenderer Titel wäre gewesen: »The Powerlessness of Film Propaganda«. Der britische Autor beweist anhand knallharter Fakten die Fragwürdigkeit der bei uns so beliebten Verführungstheorie, derzufolge unbescholtene Bürger von bösen Propagandafilmen verhext werden. [ nach oben ]
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Sandra Löhr
Filme?
2001 - A SPACE ODYSSEY (WA) von Stanley Kubrick Muss man ja eigentlich nichts zu sagen, ist einfach ein unglaublicher Film, der monolithisch in der Filmgeschichte herumschwebt. Ästhetisch, philosophisch und technisch.
LOVE ETC. von Laetitia Masson Schön komplizierte und melancholische Ménage à trois-Geschichte, ohne in das Tragische abzurutschen. Und mit Charlotte Gainsborough!
DIE POLIZISTIN von Andreas Dresen Was Andreas Dresen mit diesem Film geschafft hat, ist einfach eine grösstmögliche Annäherung an das Leben abzubilden. Ohne Klischees, ohne vorgefertigte Schablonen.
Filmbücher?
Bei Filmbüchern kann ich das gar nicht sagen. Die Bücher von Bordwell zum Film der Moderne und Elsaessers Publikationen zu Fassbinder haben mir sehr viel gebracht, aber eigentlich habe ich da keine Lieblingsbücher.
Festivals?
Immer die Forums-Sektion auf der BERLINALE. Und natürlich das SEH-SÜCHTE-FESTIVAL in Potsdam [ nach oben ]
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Elena Kounadis
Filme?
EINE EWIGKEIT UND EIN TAG von Theodoros Angelopoulos ... weil dieser Film über den Tod, Abschiede und Erinnerung voll Zärtlichkeit und Poesie ist, und Hoffnung macht, dass es für ein Erkennen, für ein Verstehen, für tiefe Gefühle nie zu spät ist.
EXISTENZ von David Cronenberg ... weil Cronenberg den Mut hat, seine ZuschauerInnen zu verstören.
FULL MONTY von Peter Cattaneo ...weil der Film Mut macht zu kämpfen. Nicht, um andere zu besiegen, sondern um den richtigen Weg zu finden. Und das geht niemals ohne andere Menschen. Und ohne Humor schon gar nicht.
Filmbücher?
DIE KÖRPER DES KETZERS von Karsten Witte ... weil Karsten Witte sich seinem Thema mit Geist, Leidenschaft und präziser Sprache widmet.
BERLIN - ECKE BUNDESPLATZ. ODER WIE DAS LEBEN SO SPIELT von Peter Paul Kubitz ... weil es mehr ist als nur ein Buch zum (TV-)Film von Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm. Was gibt es Spannenderes als in mit Respekt vorgestellten Lebensläufen unserer Nachbarn zu schmökern?
Festivals?
Das internationale Filmfestival THESSALONIKI zeigt im Wettbewerb nur Debütfilme. Es gibt in dieser Schnittstelle zwischen Orient und Okzident viel zu entdecken, und der Duft des Meeres regeneriert die Aufnahmefähigkeit immer wieder neu. [ nach oben ]
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Stephanie Naab
Filme?
GATTACA von Andrew Niccol Nie hatten ein einzelnes Haar und Wind eine schönere Bedeutung. Mein persönliches Vom Winde verweht ...
ALLES ÜBER MEINE MUTTER von Pedro Almodovar Manchmal geht man aus dem Kino raus und hat einfach ein gutes Gefühl im Bauch.
IM JULI von Fatih Akin Ein Bett im Kornfeld als deutsch-türkischer Roadmovie: Sonnenfinsternis, ein alter Mercedes und eine wunderschön kitschige Liebeserklärung. Der Sommer kann kommen!
Filmbücher?
Leider gar keine! (Lese ich nie!)
Festivals?
CANNES, SUNDANCE Warum? Man hat ja noch Träume... [ nach oben ]
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Jesko Jockenhövel
Filme?
TRAFFIC von Steven Soderbergh
THE INSIDER von Michael Mann
FALLEN ANGELS von Wong Kar-Wai Eine Plädoyer für das Politische im Film: TRAFFIC und INSIDER sowie den konsequenten Stilwillen: FALLEN ANGELS
Filmbücher?
TRUFFAUT/HITCHCOCK von Robert Fischer (Hg.) Ein Plädoyer für den Film selbst: François Truffauts Hitchcock-Interview endlich in der vollständigen und reich illustrierten deutschen Ausgabe.
Festivals?
Ein Plädoyer für die Vielfalt: Die BERLINALE. Nirgendwo kann man so viele Entdeckungen machen (und so viele Enttäuschungen erleben) . [ nach oben ]
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Elisabeth Nagy
Filme?
THE SWEET HEREAFTER von Atom Egoyan In der Zeitspanne von fünf Jahren werden viele Filme zu Lieblingsfilmen. Ich greife nur einen Titel heraus, der mich nicht nur unterhalten hat, sondern der mir immer wieder aufs Neue etwas gibt.
Filmbücher?
CASSAVETES ON CASSAVETES von Ray Carneys Ein Buch, das erst dieses Jahr erschienen ist, das aber trotzdem zu meinen Lieblingsbüchern gehört - schon aus dem Umstand heraus, dass ich auf diese Biografie jahrelang gewartet habe.
Festivals?
Unter den Filmfestivals zu wählen ist nicht schwierig, am Wichtigsten ist mir das polnische Festival CAMERIMAGE, das sich der Kamerakunst widmet und das, weil es das ist, was es ist, mich immer aufs Neue mit beruflichen und menschlichen Erfahrungen bereichert. [ nach oben ]
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Franziska Berge
Filme?
BOYS DON`T CRY von Kimberley Pierce Ein Film, den man sich kaum mehr als einmal zumutet. Eine Außenseiterin gewinnt in der Liebe und scheitert an der Provinz. So stimmig erzählt, dass man schwören würde, hier war jemand mit der geheimen Kamera dabei. Und mit kurzen Zwischenbildern von Himmel, Stromleitung und Landstraße brilliant strukturiert.
PORTRIT OF A LADY von Jane Campion Ein Film, der so wunderschön gefilmt und gespielt ist, dass man ihn sich trotz des harten Schicksals der Protagonisten mindestens zweimal ansehen muss. Der etwas andere Bildungsroman über eine Frau, die immer nein sagt und auf die nächste, die bessere Chance wartet. Obwohl sie nach Meinung aller eigentlich gar keine besseren Chancen bekommen kann. Und die dann genau im falschen Moment zugreift.
EVERY ONE SAYS I LOVE YOU von Woody Allen Ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann. Die Stars singen an den malerischsten Orten sanft aber deutlich falsch und Allen zeigt unmissverständlich, was man eigentlich sowieso wissen sollte: manche Träume sind am schönsten als Träume.
Filmbücher?
PEDRO ALMODÓVAR: FILMEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS Gespräche mit Frédéric Strauss. Persönlich, informativ, vielschichtig und spannend.
Festivals?
Jedes Jahr wieder die BERLINALE. Mit ihr bin ich groß geworden, sie brachte mir ins verschlafene West-Berlin für ein paar Tage die große, exotische, vielsprachige Welt der Filmschaffenden und Filme, die ich sonst nie gesehen hätte. Alte Liebe rostet nicht. [ nach oben ]
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Karin D. Hallwass
Filme?
THE ENGLISH PATIENT von Anthony Minghella Weil einen diese wunderschön-tragische Liebesgesschichte inmitten überwältigender Bilder gefangen und auf die Reise nimmt. Eine perfekte Komposition - packende, facettenreiche Story, herausragende Schauspieler, einfühlsam-sehnsuchtsvoller Soundtrack, grandiose Regie- und Kameraarbeit.
LA VIDA ES SILBAR von Fernando Pérez Weil es selten eine so gelungene und harmonische Verbindung von fantastischer, symbolreicher Bildsprache und tiefenpsychologischen, universell-menschlichen Inhalten gab. Berührend, grotesk-humorvoll und gleichwohl bodenständig!
LOLA RENNT von Tom Tykwer
Weil hier temperamentvoll und spielerisch das Format gesprengt wird und mit der Erwartungshaltung der Zuschauer Schabernack getrieben wird. Die außergewöhnlichen Schnitt- und Montagesequenzen mit dem maßgeschneiderten Soundtrack ergänzen nicht nur perfekt die actionreiche Thrillerhandlung sondern dominieren den Film auf spannendste Weise.
Filmbücher?
DIE DEUTSCHE SITCOM von Daniela Holzer Beschreibt gut greifbar das Genre: strukturell, ethnologisch und sozial-psychologisch.
DER TRAUM VOM SEHEN - ZEITALTER DER TELEVISIONEN von Peter Paul Kubitz Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung. Ein Muss für alle »aficionados« - bietet eine bildreiche Reise der Fernseh- und damit auch eigenen Glotzgeschichte und -sozialisation. [ nach oben ]
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Andrea Grunert
Filme?
THE BUTCHER'S BOY von Neil Jordan ... weil der Film eine höchst originelle Vision der jüngeren Geschichte Irlands liefert, indem er sich der Konventionen bedient und diese immer wieder bricht.
THE YARDS von James Gray ... wegen der atmosphärischen Dichte und Intensität der Charakterdarstellungen.
THE WAR ZONE von Tim Roth ... weil der Film die Problematik der Wahrnehmung in der Mißbrauchssituation veranschaulicht.
Filmbücher?
LES FIGURES DE LA GUERRE: REPRÉSENTATIONS ET SENSIBILITÉS (1839-1996) von Hélène Puiseux
Ein wesentlicher Beitrag über die sich verändernede Wahrnehmung der Darstellung des Krieges in den bildenden Küsnten und den Medien.
CINEMA AND PAINTINGS: HOW ART IS USED IN FILM von Angela Dalle Vacche Eine Annäherung an Film und Malerei, der es gelingt, die Vielschichtigkeit der Beziehung zwischen den Künsten herauszuarbeiten.
BRITISH CINEMA: PAST AND PRESENT von Justine Ashby and Andrew Higson (eds.)
variantenreiche Beiträge und Analysen zu zahlreichen Aspekten des britischen Films.
Festivals?
Inhaltlich finde ich LONDON und EDINBURGH interessant [ nach oben ]
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Urse Benzing
Filme?
MARIUS ET JEANNETTE von Robert Guédiguian Ich möchte einmal auf etwas antworten, wonach ich gar nicht gefragt wurde: Ich finde, dass Lagrimas Negras ein wunderbar wohlklingender Filmtitel ist. Wie viele begeisternde Filmtitel können Sie aufzählen? Mit fällt spontan nur dieser ein, den Film, der sich dahinter verbirgt, habe ich gar nicht gesehen. Marius et Jeannette hört sich an wie Jules et Jim, wie Alice et Martin oder wie Aimée und Jaguar. Marius et Jeannette habe ich gesehen, und es einer von vielen Filmen, die mich für sich einnehmen konnten. Ja, es ist eine Liebesgeschichte um die beiden Titelfiguren - ein Film, der immer wieder die Abnutzung von Träumen in der Wirklichkeit zeigt, der immer aber auch einen Rest von Utopie lässt, die von der Hoffnung lebt, dass alles doch noch zu richten sei!
BARRACUDA von Philippe Haïm Dass Luc die Einladung seines Nachbarn Monsieur Clement zum Abendessen annimmt, wird ihm zum schrecklichen Verhängnis. Was sich nach und nach in Mr. Clements Wohnung verselbständigt, entstellt die Wahrnehmung, treibt nahe an den Wahnsinn. Bitter!
HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN von Volker Koepp Abend für Abend wird Frau Zuckermann von Herrn Zwilling, den sie ihren »Ritter von traurigem Angesicht« nennt, besucht. Sie reden über Politisches und Kulturelles, über ihre Arbeit und den desolaten Zustand des Staates - und über die Vergangenheit. Mit feinsinnigem Humor dokumentiert und reflektiert dieser Film über die jüdische Kultur. Prädikat: Bewegend! [ nach oben ]
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Martina Jungfleisch
Filme?
L'HUMANITÉ von Bruno Dumont ... weil der Film vermag, eine extrem emotionale Intensität herzustellen.
LOST HIGHWAY von David Lynch ... weil darin die konventionell filmische Erzählweise auf den Kopf gestellt wird. Nicht nur formal, sondern auch inhaltlich ist LOST HIGHWAY ein beunruhigend-finsterer Film.
THE BIG LEBOWSKI von den Coen-Brüdern Der Dude, Jesus, ein Heuballen, ein abgehakter Zeh, ein Cowboy, der viel spricht, aber eigentlich nichts zu sagen hat, eine Bowling-Bahn und Steve Buscemi.
Filmbücher?
DAS WEISSE RECHTECK. SCHRIFTEN ZUM FILM von Kasimir Malewitsch ... weil darin eine Verbindung zwischen der abstrakten Kunst und dem Medium Film hergestellt wird und sichtbar wird, dass die Grenzen zwischen den Künsten fließend sind.
DOMINIK GRAF. VERSTÖRUNG IM KINO. DER REGISSEUR VON 'DIE SIEGER' IM GESPRÄCH MIT STEFAN STOSCH von Hauke Hückstädt (Hg.) Der deutsche Film lebt! (Und wie!)
ALFRED HITCHCOCK von Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen (Hg.) ... weil die Texte sich lesen, als würde man in den Filmen von Alfred Hitchcock »schmökern«.
Festivals?
Ich kenne nicht viele Festivals, aber im Mai haben mich die INTERNATIONALE KURZFILMTABE IN OBERHAUSEN begeistert, und da möchte ich nächstes Jahr wieder hin!
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Marek Bringezu
Filme?
FIGHT CLUB von David Fincher David Fincher ist einer der spannendsten Regisseure derzeit. FIGHT CLUB ist nur eine logische Folge von psychischer Krankheit im Film. »Where is my mind?«
HAPPINESS von Todd Solondz Ein Film, nein der Film über die 90er Jahre. Politisch und gefühlskalt, entsetzlich und schön. Fassbinder hätte ihn sicher gemocht.
DIE INNERE SICHERHEIT von Christian Petzold Und doch noch ein deutscher Film. Zusammen mit Oskar Roehlers DIE UNBERÜHRBARE der wichtigste deutsche Film der vergangenen Jahre. Eine exakte Analyse und gleichsam ein sehr emotionaler Film.
Filmbücher?
FRANCOIS TRUFFAUT - BIOGRAPHIE von Antoine de Baecque, Serge Toubiana Ein Regisseur, seine Geschichte und seine Geschichten. Einfach wunderbar und aufregend.
TRIER ÜBER VON TRIER - GESPRÄCHE MIT STIG BJÖRKMAN Europa hat einige wichtige Regisseure hinzugewonnen. Lars von Trier ist vielleicht der aufregendste. Er spaltet Kritiker wie Publikum. Doch sein Universum wird durch dieses Buch verständlicher.
SPLITTER IM GEWEBE - FILMEMACHER ZWISCHEN AUTORENFILM UND MAINSTREAM von Marcus Stiglegger (Hg.) Kein visionäres Buch, aber der richtige Weg deutscher Filmpublizistik: Autoren bündeln Gedanken über Regisseure und Filme. Verbinden Mainstream und Anspruch. [ nach oben ]
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Alexander Isert
Filme?
EXISTENZ von David Cronenberg Innerhalb der letzten fünf Jahre gab es eigentlich nur diesen einen Film, der mich so vom Stuhl gerissen hat, dass ich ihn des Prädikats »Lieblingsfilm« für würdig halte. Als bis auf den heutigen Tag einziger Film hat eXistenZ es zustandegebracht, mich mit dem hochgradig seltsamen Gefühl aus dem Kino zu entlassen, die »reale Welt« jenseits der Leinwand könnte nicht das - oder: mehr als das - sein, was sie ist. Außerdem zeigt Cronenberg einmal mehr, was Science Fiction leisten kann: Gegenwart konsequent zu verlängern, dem Betrachter einen Vorgeschmack aufs Unvermeidliche zu geben und mit gebotener Nüchternheit festzuhalten, dass Technologien sich fortentwickeln, die menschlichen Komponenten dahinter aber stets dieselben sind.
Filmbücher?
STORY. DIE PRINZIPIEN DES DREHBUCHSCHREIBENS von Robert McKee Das bislang beste Buch zum Thema, das ich kenne. Robert McKee (selbst Drehubuchautor und -lehrer) stellt klar, dass gutes Erzählen weder mit political correctness, noch mit - wie er es nennt - »Politik« zu tun hat. So räumt er nicht nur mit dem liebgewonnenen Antagonismus Hollywood-Blockbuster vs. europäisches Kunstkino auf. Generell hält sich das Buch aller Denkkategorien fern und ist in jeder Argumentation punktgenau und schlagend.
TRUFFAUT: HITCHCOCK von Robert Fischer (Hg.) Ein Klassiker, freilich, allerdings erst 1999 in einer vollständigen - und gerade in der Bebilderung sehr opulenten - deutschen Neuausgabe erschienen. Für denjenigen, der sich fürs Regiehandwerk interessiert, ist das Buch so oder so Pflichtlektüre, denn nicht zuletzt wird viel über die Entscheidungsfindungen innerhalb der Hitchcockschen Filmproduktionen gesprochen. Darüber hinaus besticht die von Truffaut gewählte Interviewform, ungefiltert in ihrer Informationsdarbietung und durchweg gut lesbar.
SHOT BY SHOT: DIE RICHTIGE EINSTELLUNG. ZUR BILDSPRACHE DES FILMS von Steven D. Katz Ein überaus nützliches Arbeitsbuch, das sich gänzlich mit dem Visualisierungsprozess befasst. Katz fasst die grundlegenden Prinzipien filmisch-visuellen Erzählens in klarer, anschaulicher Sprache zusammen und gibt jedem Aspiranten die Mittel an die Hand, Ideen und Worte in Bilder zu übersetzen.  
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